Qualitätsmanagement (iatf 16949)

Grundsätzlich sollte hier angemerkt werden, dass es den Qualitätsmanagementstandard IATF 16949 nicht gibt, denn bei IATF 16949 handelt es sich um eine mehr oder weniger verbindliche Norm, die in sich selbst allgemeine Forderungen vereint, die an moderne Qualitätsmanagementsystem gestellt werden, die aber selbst kein Qualitätsmanagementsystem ist und die auch keine Nutzung eines bestimmten Systems ausdrücklich verlangt. Wichtig ist also, dass das System, welches durch ein Unternehmen letzten Endes genutzt wird, die Forderungen aus IATF 16949 erfüllt. Das System oder die Systeme selbst - es kann also mehr als ein System genutzt werden! - darf das betreffende Unternehmen selbst wählen. Darüber hinaus handelt es sich also um eine Normen- und Richtliniensammlung, die sich vor allem an die europäische und nordamerikanische Automobilindustrie sowie an deren Zulieferunternehmen richtet. Dabei wurde diese Norm nicht durch ein bestimmtes Land oder einen Gesetzgeber ins Leben gerufen, sondern direkt von den Mitgliedern der IATF selbst entwickelt. Sie basiert dabei auf der so genannten EN ISO 9001.

Ziele und Inhalte des Standards für Qualitätsmanagement  

Mit dieser Norm bzw. mit dieser Sammlung von Standards soll in erster Linie natürlich eine Qualitätsverbesserung erzielt und Vertrauen aufgebaut werden. Das oberste Ziel ist also die Erhöhung der Zufriedenheit der Kunden, wobei dieses Ziel mit einer Verbesserung der Prozessqualität und der Systemqualität erreicht werden soll. Darüber hinaus ist es Ziel des Standards, branchenübergreifend zu wirken, denn hier werden nicht nur die Hersteller selbst, sondern - wie bereits erwähnt - auch deren Zulieferer eingebunden. Die Einhaltung und Mitgliedschaft im IATF ist also keine staatlich oder gesetzgeberisch auferlegte Pflicht, sie kann aber mit Fug und Recht als Bedingung für die Vergabe und Übernahme von Aufträgen und Projekten gesehen werden, so dass Zulieferer, die sich der Norm verweigern, kaum die Chance haben dürften, Aufträge zu erhalten.   

Historischer Hintergrund der Managementstandards  

Der historische Hintergrund dieses Standards bzw. dieser Norm ist eigentlich etwas verwaschen und wird sicher von jedem Beteiligten anders dargelegt. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass vor allem die Zulieferer von ihrem Klientel - also den Automobilherstellern - mehr oder weniger deutlich dazu angehalten wurden, einheitliche Standards und Normen über ihre eigenen Verbände festzulegen, damit von einem bestimmten Prozess- und Produktstandard ausgegangen werden kann, wenn ein bestimmtes Teil in einem Fahrzeug verbaut wird. Dies sollte Sicherheit gegenüber den Kunden und verschiedener Garantieforderungen bieten, so dass Fehler nicht alleine dem Hersteller angelastet werden können, der ja ebenfalls nur Kunde des Zulieferers ist und die Qualität seiner verbauten Komponenten somit nicht oder im besten Fall nur bis zu einem bestimmten Punkt zu verantworten hat. Dieser Forderung wurde nur zögernd nachgekommen, so dass sich die Hersteller selbst zur Aktivität verpflichtet sahen. Das Ergebnis ist der oben genannte Standard.   

Zertifizierung des Standardsystems und Auswirkungen der Standardisierung   

Die Zertifizierung dieses Standardsystem und die damit entstandene Norm hat als Gesamtwerk natürlich Auswirkungen auf die Produktion und die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Zulieferer. Wie oben bereits angedeutet, ist die größte Auswirkung in einer Auftragssperre für Zulieferer zu sehen, die sich der Norm verweigern, so dass praktisch durch die Hersteller ein wirksamer Zwang auf die Zulieferer zur Zertifizierung entstand.

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